WIE VON GOTT SPRECHEN?

Tagung der Schülerkreise in Castelgandolfo 2015


Wie von Gott sprechen?
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bericht
 

 

Das diesjährige Treffen der Schülerkreise hatte neben dem Höhepunkt der Feier der Heiligen Messe mit Papst em. Benedikt XVI. in der Kirche des Campo Santo Teutonico zwei inhaltliche und einen organisatorischen Schwerpunkt.

 

Der erste inhaltliche Schwerpunkt war das Zusammentreffen der Mitglieder des Schülerkreises und des Neuen Schülerkreises mit dem tschechischen Professor für Soziologie und Pfarrer der Akademischen Gemeinde in Prag, Tomáš Halík. Im Mittelpunkt standen dabei zwei Vorträge des Romano-Guardini-Preisträgers von 2010. In diesen befasste er sich mit der großen Frage des Glaubens in heutiger Zeit. Dabei flossen auch viele seiner Erfahrungen in der intellektuellen Auseinandersetzung mit Zweiflern, Nicht-Gläubigen und Atheisten ein. Einen  Schwerpunkt in der Diskussion und den ausführlichen Gesprächen bildete sein Ansatz, dass die Krise der Kirche eine große Chance in sich birgt. Um die Aufmerksamkeit einer neuen Konzentration auf das Innere des Christentums zu lenken, versucht Halík den Blick zu weiten, fernab der „klassischen“ Aufteilung von Traditionalisten und Modernisten. Dabei griff der tschechische Psychotherapeut, der 1978 im Untergrund zum Priester geweiht wurde, auf seine therapeutische und priesterliche Erfahrung zurück und verknüpfte diese mit einer Revue durch die europäische Literatur zu zwei hochinteressanten Vorträgen, die Wichtiges für die zukünftige Gestaltung des Christlichen in Europa beinhalteten.

 

Halík, der auch Präsident der Tschechischen Christlichen Akademie ist, konstatiert, dass die Zahl der Suchenden, der Menschen auf dem Weg, in seinem seelsorglichen Umfeld zunimmt. Dabei bildet die biblische Figur des Abraham für ihn ein großes Vorbild: Ein Suchender, der sich auf den Weg gemacht hat. Auch heute gibt es solche Menschen, die auf dem Weg sind und es gilt, sie zu begleiten. In ihrem Suchen zeigt sich bereits ein Berufen-Sein, aber allzu oft ist ihnen noch nicht klar, woher und von wem die Stimme kommt. Da für Halík der Theologe ein professioneller Zweifelnder ist, kann er hier gerade ein Wegweiser für die Menschen, die auf der Suche sind, sein. Hier müssen sich die Priester unserer Tage Zeit für die Begleitung der Menschen nehmen.

 

Für die TheologInnen, die sich zwei Tage in Castel Gandolfo getroffen hatten, wurde dann ein zweiter inhaltlicher Akzent durch den Kurzvortrag eines Priesters, der vor vielen Jahrzehnten bei Prof. Dr. Joseph Ratzinger promoviert hat, gesetzt. Er gab bei einem abendlichen round table Gespräch einen kurzen Bericht über die aktuelle Situation der verfolgten Christen in Syrien. Père Antoine stammt aus dem Libanon und seine Familie wohnt in Damaskus. So konnten die in Castel Gandolfo versammelten TheologInnen einen Eindruck über die derzeitige politische Situation der Christen im Nahen Osten gewinnen.

 

Als organisatorischen Schwerpunkt hat sich der Neue Schülerkreis eine Grundlage mit der Formulierung eines Selbstverständnisses gegeben. Dieses ist auch auf der Homepage abrufbar. Darin werden die Grundzüge festgehalten, wie die jungen TheologInnen zusammenarbeiten wollen und wie die Theologie Joseph Ratzingers weiter fruchtbar gemacht werden kann.

 

Höhepunkt des Zusammentreffens war die Hl. Messe mit Papst em. Benedikt XVI. im Campo Santo Teutonico im Vatikan. In einer freien, wie immer druckreifen Predigt, legte der Theologieprofessor vor seinen Schülern das Evangelium des Sonntages aus. Im Anschluss darin kam es noch zu einer sehr beeindruckenden persönlichen Begegnung mit dem ehemaligen Regensburger Dogmatikprofessor und heutigen Papst emeritus!

P. Justinus C. Pech

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Michael Hofmann, Stefan Loppacher

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